02.10.26 – Bezirksmittelstandstag der MIT Rheinhessen-Pfalz

MIT Rheinhessen-Pfalz: Wertschöpfung muss in der Region bleiben

Lucas Spiegel als Bezirksvorsitzender bestätigt – Mittelstand, Handwerk und Industrie fordern bessere Standortbedingungen

Beim Bezirksmittelstandstag der MIT Rheinhessen-Pfalz im Hofgut Wißberg in Sankt Johann wurde Lucas Spiegel als Bezirksvorsitzender bestätigt. Inhaltlich stand die Frage im Mittelpunkt, wie Unternehmen, Arbeitsplätze und Investitionen dauerhaft in der Region gehalten werden können.

„Rheinhessen und die Pfalz haben starke Unternehmen und enormes Potenzial. Aber Wertschöpfung bleibt nicht automatisch hier. Wir müssen dafür sorgen, dass Betriebe investieren, wachsen, Fachkräfte finden und auch künftig gute Gründe haben, sich für unsere Region zu entscheiden“, erklärte Lucas Spiegel.

Im Round-Table-Gespräch „Wie sichern wir Wertschöpfung in unserer Region?“ kamen drei unterschiedliche unternehmerische Perspektiven zusammen.

Tim Gemünden, Bauunternehmer aus der Region Mainz/Ingelheim, machte deutlich, dass gerade regional verwurzelte Unternehmen auf funktionierende Bedingungen vor Ort angewiesen sind. Seine Kernbotschaft: Wenn Genehmigungen zu lange dauern, Kosten steigen und Flächen fehlen, wird auch regionale Wertschöpfung ausgebremst.

Florian Schöll, Geschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, stellte vor allem Fachkräfte, Ausbildung und Betriebsnachfolge in den Mittelpunkt. Seine zentrale Aussage: Ohne genügend Menschen, die einen Handwerksberuf ergreifen oder einen Betrieb übernehmen, verliert eine Region nicht nur Unternehmen, sondern auch Know-how und wirtschaftliche Substanz.

Rainer Michalik von KSB zeigte die Perspektive eines international aufgestellten Industrieunternehmens. Sein Punkt: Investitionen werden heute international verglichen. Energiepreise, Regulierung, Infrastruktur und Geschwindigkeit entscheiden deshalb unmittelbar darüber, wo neue Wertschöpfung entsteht.

Deutlich wurde: Die Ausgangslagen sind unterschiedlich, die Anforderungen ähneln sich. Weniger Bürokratie, schnellere Verfahren, genügend Fachkräfte und wettbewerbsfähige Standortbedingungen sind die Voraussetzung dafür, Wertschöpfung in Rheinhessen zu sichern.

Einen weiteren Akzent setzte der Pitch des Mainzer Unternehmens E4RTH. Mit dem Projekt 4PACKAGING arbeitet das Unternehmen an CO₂-neutralen HDPE-Verpackungen, die nach eigenen Angaben bis zu 40 Prozent günstiger als andere CO₂-neutrale Angebote im europäischen Markt sein können. Ziel ist es nun, gemeinsam mit mittelständischen Unternehmen weitere Einsatzfelder außerhalb der Schmierstoffbranche zu identifizieren.

Der Bezirksmittelstandstag zeigte damit auch, was ein starkes Unternehmernetzwerk leisten kann: Probleme offen benennen, Erfahrungen zusammenbringen und konkrete Kontakte schaffen.

Das Hofgut Wißberg bot dafür mit sehr guter Betreuung und angenehmer Atmosphäre den passenden Rahmen für Austausch und Vernetzung.
Lucas Spiegel abschließend: „Unser Ziel ist klar: Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Unternehmertum sollen auch morgen noch hier in Rheinhessen und in der Pfalz stattfinden. Dafür braucht es nicht mehr politische Ankündigungen, sondern bessere Bedingungen für diejenigen, die jeden Tag investieren und Verantwortung übernehmen.“

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) ist mit rund 25.000 Mitgliedern der größte parteipolitische Wirtschaftsverband in Deutschland. Die MIT setzt sich für die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft und für mehr wirtschaftliche Vernunft in der Politik ein.